Bücher zum Thema Krebserkrankung - Psychoonkologie

Buchtipps bei Krebserkrankungen              Jan. 2008-April 2010


Buchtipps bei Krebserkrankungen, das ist so eine Sache. Jeder hat ein tolles Buch zu empfehlen, die Nachbarin auch. Nur, womit verschwendet man gnadenlos seine Zeit und was ist wirklich lesenswert?

Psychoonkologie

Ich habe hier als Laie eine persönlich kommentierte Liste mit Büchern bzgl. Krebserkrankung aufgestellt. Der Schwerpunkt ist Psychoonkologie, also die seelische Behandlung von Krebserkrankungen, ein Gebiet der Psychoneuroimmunologie.

Leider sind viele Menschen und auch Ärzte heute noch der Meinung, es gäbe die Medizin und Wunder. Nein, es gibt dazwischen noch die Psychologie und das schon seit 1978 mit handfesten Ergebnissen.

Die Liste ist sicher nicht vollständig und liefert eine Bewertung von 2 plus ++ bis 2 minus - - in der Reihenfolge der mutmaßlichen Hilfreichigkeit.

Teil 1 für Patienten und Angehörige
Teil 5 Bücher zum Thema Visualisierung
Teil 2 für Therapeuten und Selbsthilfegruppen
Teil 3 sonstige
Teil 4 Patientenautoren

Die 4 Topbücher für Patienten und Angehörige

( + + ) Bernie Siegel: Prognose Hoffnung - Liebe, Medizin und Wunder


Zielgruppe: Laien und Therapeuten

1986 erschienen (Love, Medicine and Miracles: Lessons Learned about Self-Healing from a Surgeon's Experience with Exceptional Patients), das beste Einsteigerbuch am Markt!

Dr. Bernie Siegels Homepage findet man auch im Internet. Er ist ein Onkologe, der sich seinerzeit radikal gefragt hat, wie man Krebs anders als mit den herkömmlichen Mitteln bekämpfen kann. Er entschloß sich, einfach von seinen Patienten zu lernen. Zum Zeichen des Umdenkens rasierte er sich den Kopf kahl und behielt das bis heute bei.

Er fasst die wesentlichen Vorgänger der Forschung wie LeShan und die Simontons zusammen und baut darauf auf, entwickelt ein eigenes gängiges Konzept die Ecap-Gruppen (Aufbau außergewöhnlicher Patienten).

Viele überzeugende statistische Angaben und Erfolgsgeschichten.

Das Buch ist für den Einstieg etwas lang mit 312 Seiten, aber als Taschenbuch sehr preiswert. Sehr viel in erzählerischen Beispielen. Das erleichtert den Zugang zu dem Thema.

( + + ) O. Carl Simonton, Stephanie Matthews Simonton, James Creighton: Wieder gesund werden


Zielgruppe: Laien und Therapeuten

Dies ist das für jedermann verständlich geschriebene "Originalbuch" von 1978 zu der Forschung des Ehepaares Simonton, auf dem praktische die gesamte moderne Psychoonkologie beruht. Sowohl LeShan, Bernie Siegel, Gerhard Susen, Deepak Chopra, Annette Rexrodt von Fircks verweisen darauf.

Der Untertitel ist: "Eine Anleitung zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte für Krebspatienten und Ihren Angehörigen - Übungen zur Entspannung und Visualisierung nach der Simonton-Methode". Eine Ausgabe hat sogar eine Audio-CD dabei, also ein sehr praktisches Buch auch zur Eigenarbeit.

Dr. Carl Simonton ist Onkologe und  hatte 1969 zusammen mit seiner Frau, die Psychologin ist, angefangen, nach den psychischen Grundlagen für Krebs zu forschen. Sie gingen aber noch weiter und suchten nach Möglichkeiten Krebs aktiv mit psychischen Mitteln zu bekämpfen.

Im Gegensatz zu LeShan forschten sie also nicht nur nach möglichen Ursachen sondern gingen an die Lösung und aktive Bekämpfung des Krebs.

Obwohl das Buch sehr verständlich ist, würde ich es erst als 2. nach Bernie Siegel empfehlen, weil man erst mal verstehen muss, wie sich dieses Buch geschichtlich einreiht. Ich fürchte, ein Laie, der dieses Buch ohne Vorkenntnisse liest, wird den Wert nicht einschätzen können.
Es ist halt keine blonde Frau vorne auf dem Titel, die den Eindruck macht, ihr sei das alles gechannelt worden. Scheinbar banale Visualisierungen gegen Krebs mögen auf den ersten Blick wie Wunderheilungen aussehen.

Auch dies ist mit 350 Seiten nicht dünn, aber ein Taschenbuch und sehr lesenswert. Es faßt die damalige Forschung zusammen und weist auch auf andere Forscher wie LeShan hin.



( + + ) O. Carl Simonton: Auf dem Wege der Besserung - Schritte zur Körperlichen und spirituellen Heilung


Zielgruppe: Laien und Therapeuten

Dieses Buch (auf englisch "The Healing Journey" von 1992) ist die Fortsetzung des o. g. "Originalbuches", eine Ergänzung zu der ursprünglichen Ausgabe mit einigem zeitlichen Abstand.

Geschildert wird u.a. in Briefen die  Geschichte eines langjährigen Patienten und die Arbeit im Simonton-Center.



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Alle oben aufgeführeten Bücher sind sehr gut und für Laien zu empfehlen.

Hier noch ein interessanter Link zum Thema Simonton:
Simonton Cancer Center

http://www.werner-eberwein.de/medien/texte-mainmenu-68/41-krebs-und-hypnose-die-simonton-methode-heute.html
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Heilungsvorgänge visualisieren

In vielen Büchern zu Krebs steht immer wieder man solle Heilungsvorgänge visualisieren. Das ist im grunde eine sehr gute Idee. Das Problem ist nur, dass das nicht alle Menschen gleich gut können. Manche können mit sich vorgestellten Geräuschen besser umgehen als mit sich vorgestellten Bildern.

Vielleicht liegt die Aufforderung zum Visualisieren daran, daß es kein Wort dafür gibt, sich etwas mit Worten oder Geräuschen vorzustellen. Es müßte analog zum Visualisieren 'auditieren' heißen. Das Wort auditieren fand ich aber nur im Gebrauch im Zusammenhang mit Revisoren oder Wirtschaftsprüfern, also von 'Audit' kommend.


Wie auch immer, hier ein paar magere Buchrezensionen zum Thema Visualisieren. Es ist nicht so einfach, dazu etwas zu finden:

 

( ++ ) Richard Shrout: Selbsthilfe durch Selbsthypnose


Zielgruppe: Laien

Selbsthypnose ist praktisch mit Meditation, Phantasiereisen identisch nur in einem anderen gesellschaftlichen Kontext. Es gibt extrem wenig gute Bücher zum Thema Selbsthypnose. Dieses ist sehr gut und erklärt eine äußerst interessante Elmaninduktion. Wer hiermit arbeitet, kriegt schnell intensive Trancen hin und muß sich dann nur noch den Heilungsprozeß vorstellen.

 

( ++ ) Bernie Siegel: Mit der Seele heilen
 

Zielgruppe: Laien

Dieses ist das zweite Buch von Bernie Siegel. Es erläutert Varianten und Anwendungsbeispiele der Simontontechnik.

 

( - ) Dr. Volker Friebel: Die Kraft der Vorstellung - Visualisieren: Ubungen zur Stärkung des Immunsystems


Zielgruppe: Fachleute

Nach dem eingängigen Titel und Titelbild erwartete ich ein sehr praktisches Buch. Leider sind aber nur ca. 21% des Buches wirklich Vorschläge zur Visualisierung und die sind noch extrem kurz. Leider keine brauchbaren Vorschläge bei Problemen mit Visualisierungen.

Der Rest beschäftigt sich mit Autogenem Training und einer recht interessanten generellen Darstellung des Immunsystems in einer Sprache, die Heilpraktiker sicher verstehen.


( -- ) Shakti Gawain: Stell dir vor: Kreativ visualisieren


Zielgruppe: Laien

Diese Dame ist seit ca. 1978 in den USA bekannt für ihre Bücher zum Thema Visualisieren. Auch sie unterscheidet leider nicht, dass man nicht nur bildlich imaginieren kann und gibt keine besondere Hilfestellung bei Schwierigkeiten und meint, dass sog. Affirmationen zum Visualisieren gehören. Es ist eines der ersten und leider eines der schlechtesten Bücher zu dem Thema Visualisieren.

 

 

Bücher für Therapeuten, Ärzte und Selbsthilfegruppen

( + + ) Gerhard Susen: Krebs und Hypnose, Hilfe vom inneren Freund


Zielgruppe: Psychotherapeuten, Ärzte

Ein klarer Titel und eine klare Ansage. Hier geht es um eine ungewöhnlich praktische Anleitung für Therapeuten zur aktiven Krebsbekämpfung mit Visualisierungsübungen in Anlehnung an Simonton. Dr. phil. Gerhard Susen (Psychotherapeut) hat ähnlich wie Bernie Siegel das in die Tat umgesetzt, was die Simontons geschrieben haben.

Was mich beeindruckte waren die immer wieder vorkommenden Hinweise auf das gewöhnlich auftretende Verhalten von Patienten in der oder der Situation. Der Mann hat absolut praktische Erfahrung (!!!) und daraus ein 4-Säulen-Programm entwickelt, daß auch zur Unterstützung bestehender klassischer Krebstherapie verwendet werden kann.

Da läuft also mal nicht jemand im Kreis herum, spricht von Spontanheilungen, die man nicht verstehen kann, sondern setzt einfach das um, was vor der Nase liegt - das Verfahren der Simontons.

Was mir gefiehl: Absolut praxisnah, sofort einsetzbarer Leitfaden mit vielen Tipps (für Therapeuten).


( + + ) Erhard Beitel: Bochumer Gesundheitstraining - Ein ganzheitliches Übungsprogramm

Zielgruppe: Psychotherapeuten, Selbsthilfegrupppen

Auf Simonton basierend hat Erhard Beitel an der Bochumer Universität ein eigenes Programm, das Bochumer Gesundheitstraining entwickelt und wissenschaftlich abgesichert.

Das Buch ist scheinbar ein Ausbildungsleitfaden für Trainingsanleiter aber auch  zur Selbstarbeit geeignet und enthält viele Arbeitsblätter. Es werden Themen angesprochen wie Kränkung, Trauer. Leider ist das Autogene Training ein sehr großer Bestandteil des BGT.

Herr Beitel ist bei meinen Recherchen der erste, der erwähnt, dass Imaginieren nicht nur Visualisieren bedeutet sondern mit allen Sinnen sich etwas geistig vorstellen.

 

( ++ ) Jeanne Achterberg: Gedanken heilen


Zielgruppe: Fachleute

Auch dieses Buch hat ein ansprechendes Titelbild mit scheinbar der selben Frau wie bei dem Buch von Volker Friebel. Und auch dieses Buch hält nicht was Bild und Titel versprechen. Es befindet sich absolut KEINE praktische Anleitung zum Visualisieren darin.

Es ist eine sehr umfangreiche und sonst praktisch nicht zu findende Zusammenfassung des Standes der Forschung von, ja, was eigentlich, Psychoonkologie um 1996? Frau Dr. med. (so steht es im Buch) Achterberg listet Forschung auf bzgl. Visualisierung, Psychoneuroimmunologie. Der Anhang und die Literaturliste sind sehr groß.

Das Buch kreist also mehr um die Frage, ob man mit Gedanken, besonders Visualisierung heilen kann und findet dafür Beispiele. Es ist für Fachleute, die lieber darüber lesen, als es auszuprobieren ein besonderer Leckerbissen.

Der englische Buchtitel ist "Imagery in Healing: Shamanism and Modernism Medicine: Shamanism and Modern Medicine", das sagt ggf. etwas mehr. Frau Achterberg scheint eine führende Kennerin der Szene zu sein.

 

( + ) Stephanie Matthews Simonton und Robert L. Shook: Heilung in der Familie. Ein Ratgeber für Angehörige von Krebspatienten.


Zielgruppe: Laien, Angehörige von Krebspatienten.

Dieses Buch hat Frau Simonton, die Psychologin ist, geschrieben. Sie spricht verständlich alle Probleme, die typischerweise bei Krebs in der Familie auftreten, an. Es läßt sich sehr gut kapitelweise lesen und fasst auf den ersten 40 Seiten das "Originalbuch" 'Wieder gesund werden zusammen.

Vom Umgang mit der Erkrankung, der Angst, Rückfällen usw. Sie hat eine langjährige Erfahrung im eigenen Krebszentrum in den USA.

( + ) David Simon (Deepak Chopra Center for Well Being): Return to Wholeness (Buch nur auf englisch)


Zielgruppe: Laien und Therapeuten

Bücher von Dr. Deepak Chopra (ein amerikanischer Endokrinologe - Hormonarzt) strotzen vor Liebe und vor "Auf-den-Punkt-kommen". So auch das Buch von Dr. David Simon, der am Chopra Center als medizinischer Leiter arbeitet.

Ein außergewöhnliches und sehr umfassendes Buch zu Krebs, daß auch wieder Bezug nimmt auf die Visualisierungen von Simonton. Zusätzlich aber viel über Ernährung, Heilkräuter, Vitamine.

Deepak Chopra läßt in seine Bücher immer diskret sein Wissen über Ayurveda einfließen, da sein Herkunftsland Indien ist. Das macht er sehr unaufdringlich, man muß sich der ayurvedischen Typologie  nicht anschließen, um aus seinen Büchern sehr viel Wissenswertes herauszulesen.

Was mir gefiehl: Rel. neutrale, sehr umfassende Darstellung des Themas


 

( - ) Lawrence LeShan: Psychotherapie gegen den Krebs


Zielgruppe: Laien

Dieses Buch wurde im Oktober 1976 geschrieben also kurz vor dem Buch der Simontons. Der Psychotherapeut LeShan hatte seit den frühen 50er Jahren im Bereich der psychischen Betreuung von Krebskranken gearbeitet und sich u. A. der Frage nach psychischen Ursachen der Erkrankung gewidmet.
Seine Studien gehören mit zu den ersten in der Art. Dem entsprechend interessant ist es, historisch zu sehen, mit was für einem Wiederstand unter Kollegen er umgehen mußte.

Sehr anschaulich beschreibt er seine Funde und Statistiken und bringt nahe, dass es einen Zusammenhang gibt.

Dieses Buch ist sehr teuer und hat einen geringen praktischen Gebrauchswert.



( - ) Lawrence LeShan: Diagnose Krebs. Wendepunkt und Neubeginn


Zielgruppe: Laien

Ein sehr sachliches Buch, daß sich hauptsächlich damit beschäftigt, daß man früher schon wußte, daß Krebs mit der Psyche zusammenhängt. Er bringt viele Beispiele und zitierte Aussagen von ärztlichen Kollegen ab 1759. Dieses Wissen sei im letzten Jahrhundert aus der Mode gekommen, weil die Technik mit Röntgen usw. aufkam.

Es enthält tonnenweise Erfolgsbeispiele in erzählerischer Form. Menschen erkennen durch Psychotherapie ihren eigentlichen Lebenswunsch und genesen. Leider keine gute Strukturierung. Auf Seite 190 steht eine interessante Frageliste, die aber im Verzeichnis nicht mal erwähnt wurde.

Auf dem Buchrücken heißt es "Der große alte Mann der psychologischen Krebsforschung..." daneben ist ein Portrait mit erhobener Nase abgebildet. Das ganze ist eine Erzählsülze und erinnert ein wenig an Memoiren des "großen alten Mannes..."

LeShan gilt als der Mentor von Simonton und er kannte auch Erickson. Er empfiehlt, man solle die Bücher der Schüler der Simontons lesen z.B. Jeanne Achterberg.

Geeignet für Patienten als Anregung, daß man mit psychischen Veränderungen arbeiten kann. Der praktische Wert ist sehr gering, der Buchpreis ist mit 23 Euro horrende!

Was mir gefiehl: LeShan (geb. 1920) ist ein alter Haudegen in dem Bereich, er hat eine Menge geschichtliches zu erzählen.


( - - ) Karl Weter: Was Du tust ist richtig


Zielgruppe: Laien

Dr. Weter ist Strahlenarzt und ausgebildet in Hypnose. Das Buch ist scheinbar für seine Patienten und Angehörige gedacht. Es schildert Einsatzmöglichkeiten für Hypnose in der Tumorbehandluing in geschichtenhafter Form. Leider keine besondere Anleitung für Therapeuten dabei.

Seite 125 bis ca. Ende (210) sind Übungen zur Selbsthypnose. Das macht den besonderen Reiz dieses Buches aus. Allerdings frage ich mich, ob ein Tumorpatient die Nerven und das Vertrauen hat, sich selbst zu therapieren. Außerdem gibt es andere Bücher mit dem Thema Selbsthypnose.

Das Buch ist durchgehend vierfarbig und mit etlichen Bildern und merkwürdigen Grafiken gespickt in meist miserabler Auflösung und JPG-Artefakten. Der Zweck ist wohl eine beruhigende Wirkung. Der Preis des Buches ist mit 25 Euro für 210 Seiten pervers hoch. Die Schrift ist zudem noch sehr groß und der Satz ist sehr schmal.

Diesem Buch fehlt ein klares nach außen sichtbares Konzept, was es sein soll. Es entpuppt sich eben nur auf den zweiten Blick als ein Buch zur Anleitung zur Selbsthypnose. Es macht eher den Eindruck, als ob es geschrieben wurde, damit die Patienten des Autors es lesen quasi als Arbeitsanleitung für zuhause.

Was mir gefiehl: Brauchbare Trancevorschläge



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Keines der bisher aufgeführten Bücher enthält 'Du mußt tun-Anweisungen' wie "iss Krötendreck um Mitternacht" oder man muß tonnenweise Vitamin-C zu sich nehmen. Ich will sagen, es sind seriöse Autoren, vornehmlich Ärzte mit Dr.-Grad, die im Laufe Ihrer praktischen Tätigkeit einen recht umfassenden Blick für die Krankheit gewonnen haben.

Patientenautoren

Es gibt eine recht stattliche Anzahl Bücher, die von ehemaligen Patienten geschrieben sind. Meist sind es Laien und Frauen. Mir scheint es gibt 3 Gründe danach ein Buch zu schreiben, das ist das Weitergeben von Wissen, die Eigentherapie und das Geldmachen u.a. mit zweifelhaften selbst entwickelten Heilmethoden.


( + ) Annette Rexrodt von Fircks: ... und flüstere mir vom Leben


Zielgruppe: Laien, Frauen

Bei Frau Rexrodt von Fircks ist eine von diesen Patientenautorinnen, nur dass sie nicht ein sondern drei Bücher geschrieben hat plus 2 CD-Sätze und Vorträge hält und eine Stiftung gegründet hat. Auf den ersten Blick sieht das nach Geldmachen aus.

Dieser Eindruck wurde auch zunächst dadurch bestätigt, dass alle drei Bücher mit sehr professionellen Titelseiten ausgestattet und perfekt fotografiert sind. Das ist keine Laienhandschrift oder Selbstverlag. Selbst die Internetseite trägt das Impressum einer PR-Agentur: http://www.rexrodtvonfircks.de/  Zudem ist die Drucktype im Buch sehr groß gewählt, was mehr Seiten als nötig produziert. Das Papier ist von einer sehr billigen Sorte.

Das Buch endet so, als ob es eine Buchfortsetzung gibt, was ja eben auch der Fall ist. Alle drei Bücher zusammen kosten ca. 25 Euro und man ist schnell geneigt, sich alle drei zu kaufen oder gar die CDs-Sätze für je 30 Euro.

Das ist keine Übertreibung, die Krebsbücher sind ein Markt wie jeder andere und wenn es um Heilung oder Krankengeschenke geht, dann sitzt das Geld locker.


Nach all diesen Vorbedenken zum Buch selber:
Das Buch ist weniger perfekt geschrieben aber sehr persönlich. Das beruhigte mich, weil ich mittlerweile schon garnicht mehr wußte, ob die Autorin nur ein Phantom der Medizin- oder Buchindustrie ist.

Sie schildert an ein Tagebuch erinnernd ihren Werdegang von der (Fehl-)Diagnose bis zur Nachbehandlung und schreibt einfühlend. Ich glaube, dass so ein Buch sehr gut für Betroffene sein kann, allein schon das Gefühl, nicht alleine durch das alles zu gehen.

Für mich war der Aspekt interessant, dass sie Übungen aus dem Buch der Simontons "Wieder gesund werden" macht und auch LeShan gelesen hat und ihr beides sehr geholfen hat.



( - - ) Brandon Bays: The Journey


Zielgruppe: esoterisch angehauchte Laien

Auf dem Buchcover ist eine wasserstoffsuperoxyd-gebleichte Frau, die Autorin, abgebildet. Gut, dass Bücher heute chlorfrei gebleicht sind, sonst hätten die um die Wette geleuchtet.

Zunächst dachte ich, es sei Selbstironie und Frau Bays würde sich von ihrer hypergesunden vegetarischen Ernährung abwenden, um dann etwas weiter zu lesen, daß sie nun noch gesünder isst nämlich Rohkost - nein, kein rohes Fleisch.

Gleich zu Anfang lernen wir, dass das Grundübel der Menschheit das "nicht  los lassen können" ist. Etwas weiter im Buch schreibt die Autorin dann, dass SIE es ist, die Probleme hat loszulassen. Davon leitet die Dame leider ihr komplettes Selbsthilfeprogramm ab.

Mal grundsätzlich: Das Problem mit dem "Loslassen" ist leider so global formuliert, dass man sehr schnell dabei ist, zuzustimmen. Bücher, CDs, Seminare mit dem Thema finden reißenden Absatz. Man darf aber nicht vergessen, Therapeuten beschäftigen sich über etliche Jahre damit beim Patienten genau herauszufinden was das im Detail bedeutet, um dann entsprechend detailiert zu therapieren.


Ja, sie hat aufgrund ihrer Geschwulsterfahrung ein komplettes "The Journey-Programm" entwickelt und es gibt auch schon in Deutschland "The Journey-Berater". Und es gibt die Kinder-Journey und die Journey-Karten als Kartenset zur Trance usw., usw.

Man sollte vielleicht noch wissen, die Autorin ist keine Ärztin oder Psychologin und hatte auch vorher keine Erfahrung in der Krebstherapie. Sie beschreibt sich als glückliche Mutter und Ehefrau, die auf keinen Fall ihrem Mann mit ihrer Erkrankung zur Last fallen wollte.

Was mir gefiehl: Macht Betroffenen Mut zu Veränderungen...


( - - ) Dr. Jeanne Achterberg: Lightning at the Gate



Zielgruppe: Laien (Buch auf englisch)

Der o.g. LeShan empfahl Achterberg und da dieses Buch bei Amazon verramscht wurde, kaufte ich es mir. Sie sagt in dem Buch, sie sei eine sehr gute und alte Freundin von LeShan und Carl Simonton. Zumindest LeShan hat sich in einer Reihe von Büchern mit Okkultismus beschäftigt. Es ist sicher kein Makel für einen Wissenschaftler sich mit Okkultismus zu beschäftigen, man kann dies ja wissenschaftlich tun, wie z.B. Dr. Mark Benecke.  Leider tun das nicht alle so.

Frau Achterberg hat einen Ph. D., wenn ich das richtig verstehe einen Dr. in Medizin. Sie macht seit Jahrzehnten u.a. mit Carl Simonton Unterricht in Imagination zur Krebsabwehr und bringt Schamanismus in die moderne Medizin ein.

Da sie selber real an Augenkrebs erkrankte, hat sie ein tagebuchähnliches Buch geschrieben von ihrer Leidensgeschichte. Anfangs war das noch unterhaltsam mit kräftigen Aussagen "Dr. Shithead and his slimy-handed associate" doch es ist recht wirr, praxisfern und nach ca. 60% des Buches stellt sie endlich einen persönlichen Rechenschaftsbericht in ihrem Leben auf. Danach und nach ettlichen Injektionen deutschen Mistelextraktes geht es ihr besser.

Es war nur mir mittlerweile langweilig geworden und ich wollte nicht mehr wissen, ob ihr Auge gerettet wurde. Auf dem hinteren Klappentext ist ein Foto von ihr mit beiden Augen. So spannend war die Frage also wirklich nicht mehr.

Was mir gefiehl: Schöner Leineneinband. Da man das Buch schlecht wieder auf dem deutschen Amazonmarkt verkaufen kann, werde ich es mit Bedauern wegwerfen. Hm, vielleicht zu den Bookcrossern geben oder irgendwo als Deko hinstellen?

 

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