Dean Karnazes - "Ultra Marathon Man" - Kernglaubenssätze in der Psychologie

Eine der wirkungsvollsten Sachen in der Psychologie ist das Ergründen von Glaubenssätzen. Was treibt Menschen in der Tiefe ihres Herzens, ihrer Seele an? Wie kann man das ergründen, kann man davon lernen?

Dean Karnazes "Ultra Marathon Man"

Die Tage las ich von Dean Karnazes dem "Ultra Marathon Man". Na ja, dachte ich, schönes Foto auf demBuchtitel, sieht sportlich aus, mal wieder so ein Amerikaner, der mit einer Methode gepushed wird. "New epilogue with Dean`s diet & training tips" sagte ein Sternchen auf dem Titel. War es früher Jane Fonda mit Aerobic, so muß heute Marathon herhalten.

11 Marathons hintereinander

Und da las ich, daß Dean 11 Marathons hintereinander gelaufen war. Also nicht jedes Jahr einen, sondern hintereinander! Wow dachte ich mit meinem Kleinhirn mal wieder, WOW - das sind rund 462km am Stück! Das ist also Ultramarathon. Was mag diesen Mann antreiben, wie schafft er das?

Psychohammer

Aber es geht mir ja um Glaubenssätze, also was denkt Dean über sich, die Welt und die Menschen über Grenzen seines Könnens? Was so aussieht, als sei es das Sprengen aller psychologischen Grenzen, Disziplin, Motivation, "ich kann alles, wenn ich will" entpuppt sich auf Seite 172 tatsächlich als ein Psychohammer.

Der Tod seiner Schwester

Dean schreibt, daß er seine Schwester in jungen Jahren verlohr und man ihm einprägte, daß man nie weiß, wann seine letzte Stunde gschlagen hat. Dean fing darauf an alles sehr bewußt zu machen und zu Ende zu führen. Nichts halbfertig zu lassen, immer Dinge zu beenden "Every minute now mattered" (jede Minute zählte von nun an).

Ich lese häufig Bücher so, daß ich mich auf diese Fragen konzentriere. Was sind die Werte dieser Person, was treibt sie an? In diesem Falle scheint Dean schon einiges über sich nachgedacht zu haben. Es ist offensichtlich, daß seine enorme läuferische Leistung zu der Einstellung paßt, keine Minute mehr in seinem Leben vergeuden zu wollen.

Kernglaubenssatz

Das klingt wie ein Kernglaubenssatz, also ein übergeordnerter zentraler Glaubenssatz in seinem Leben. Vielfach läßt man es hier bewenden bzw. arbeitet daran. Aus verschiedenen Gründen halte ich es NICHT für einen Kernglaubenssatz.

  1. Kernglaubenssätze kommen nicht so ohne weiteres zu Bewußtsein.

  2. Umso plausibler etwas auf der Oberfläche des Bewußtseins klingt, umso wahrscheinlicher ist es ein "Roter Hering" (Täuschung).
     
  3. Dean deutet im Buch an mehreren Stellen Glaubenssätze an, die ihm ein unstetes Leben zu Collegezeiten beschert hatten. Damit war er nicht zufrieden. Der Tod der Schwester scheint auch eine Umkehr bei ihm zu sein vom vorherigen Leben.

Dies alles deutet darauf hin, daß es noch mehr sehr bedeutungsvolle Glaubenssätze gibt, die nicht benannt wurden. Es wäre interessant sie in der Gesamtheit zu beleuchten (kritische Masse).

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