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Grundsätzlich muß man die trendige Containerarchitektur aus gebrauchten Schiffs- / Überseecontainern unterscheiden von den als Baubüros oder -unterküften bekannten Modulräumen (Wohncontainern).

Hier rechts im Bild eine Ansammlung von 12 Baucontainern mitten in Düsseldorf als temporäre Unterkunft für Bauarbeiter.

 

 

Überseecontainer sind gebaut aus gesicktem (gewelltem) Stahlblech mit einem Stahlrahmen (um die Tür und die gegenüberliegende Seite herum) und 8 Containerecken. Auf diesen Ecken liegt die ganze Last, nicht auf den Seiten, diese versteifen nur. Gestapelte Container berühren sich nur an den Ecken, die auch etwas erhaben sind.
Sehr schön erläutert wird die Konstruktion bei http://containerliving.net/ dort im Download http://www.containerliving.net/downloads/fermi_stress_test.pdf . Container fitting (Containerecken) und container post (vertikale Säulen) tragen die Last. Die Seitenwände sind aber nötig, weil sie das ganze versteifen. Sie sind selbsttragend und haben kein Stahlsklett.

Es gibt mittlerweile einen Trend, aus gebrauchten Containern Wohnraum zu bauen. Dazu muß man den Container (oder das gesamte Gebäude von außen) wärmedämmen, gegen Trittschall isolieren usw. Er hat aber nur eine Breite von 2,44m und Höhe 2,59m. http://de.wikipedia.org/wiki/ISO-Container#Standardcontainer Container sind sehr billig, weil sie vielfach eine Einwegverpackung sind von Asien nach Europa. Ihr Um- und Ausbau ist aber kompliziert.

Beispiele für Wohnraum aus Überseecontainern:
http://www.nrw-forum.de/audioguide_container_architektur/media/3027 phantasievolle Architektur
http://containerliving.net/index/ Beispielsammlung
http://designcrave.com/2009-06-22/10-brilliant-boxy-and-sustainable-shipping-container-homes/
http://www.youtube.com/watch?NR=1&v=4drX256QV_Y Bei Youtube findet man sehr viel zu dem Thema, aber Vorsicht, nicht alles ist baurechtlich o.k.

Aus meiner Sicht ist das nur sinnvoll, wenn man Kenntnis und Kapazität hat, um die Container selber umzubauen und die knappe Breite abzüglich Dämmung, Gipsplatten usw. ausreicht. Ich denke, dass bei den meisten 'Buden' dieser Art die Endkosten völlig unterschätzt werden.
Ein Beispiel für ein temporäres Studentenheim ist dies: http://www.tempohousing.com/products/housing-solutions/professor.html Raumbreite und -höhe bei spärlicher Dämmung ist 2,25m.
Auch kann man Container ohne konstruktive Veränderung nur auf ihren Ecken exakt übereinander stapeln und Wände nur nach vorheriger statischer Berechnung und konstruktiven Verstärkungen entfernen.
Entfernt man einfach eine Wand, kann der Container sich mit seinem Eigengewicht nicht mehr in Form halten. Das Dach biegt sich nach unten, die andere Wand verbiegt sich auch.
*Es gibt leider sehr viele Videos bei youtube, die die Statik nicht berücksichtigen und gefährliche Vereinfachungen darstellen.*
 

Es lassen sich unzählige Dinge im Rastermaß von Containern bauen, die dann sehr einfach per Schiff oder LKW, Bahn transportiert werden können. Z.B. Tanks http://de.wikipedia.org/wiki/Tankcontainer , die es auch wärmegedämmt und geheizt (Dampf, elektrisch) gibt.

 

Modulräume - Wohncontainer (Pavillons, Raummodule), um die es ausschließlich in diesem Blog geht, sind vom Aufbau her komplett anders. Sie sind für temporäre oder permanente Wohnzwecke gemacht.

Die Konstruktion ist aus einem Stahlsklett. Die Wände kann man ganz leicht komplett herausnehmen, Der Boden hat Querstreben aus Stahl und eine Auflage aus Holz, Betonestrich usw. Innentreppen sind einfach zu realisieren.
Wände, Decken, Böden können so gedämmt werden, dass sie deutschen Bauvorschriften auch für langfristige Aufstellung entsprechen (Wärmedämmung, Schall, Trittschall, Brandschutz) http://www.alho.com/de/bausystem/bauphysik .

Meist bestehen sie aus verzinktem Stahlblech mit einer Zwischenfüllung aus Mineralwolle oder PUR typischer Aufbau noch mal bildlich die Produktion dargestellt.

Vom Maß her sind sie allerdings sehr ähnlich. Der Grund ist, dass sie zum Transport leichter auf LKWs oder Eisenbahnwaggons passen. Die Länge kann sehr unterschiedlich sein. Ein gängiges Maß beträgt 6m Länge, die Breite 2,4m oder 3m, Innenhöhe 2,3m - 2,75m je nach Wunsch, Dach- und Bodenaufbau.


Gestaltungsbeispiele:
http://www.alho.com/de/bausystem/planungsgrundlagen/gestaltungsmoeglichkeiten

http://www.containex.at/de/anwendungen

Es gibt auch noch andere Modulbauten, die sich nicht an das Rastermaß halten und auf Tieflader geliefert werden. Das sind dann eher modulare Fertighäuser für Daueraufstellung. 

Letzte Änderung: Montag, 04. August 2014, 11:14 Uhr|Angezeigt: 12.124

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